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Vierfachmörder außer Verdacht

Im Juli 2007 erschoss Josef Branis in Strasshof vier Familienmitglieder. Mit Wissen von Hannes K., einem Verwandten – wie das Gericht später feststellte. 2015 der Verdacht, die beiden Männer hätten einst auch Kinder missbraucht. Das diesbezügliche Ermittlungsverfahren wurde jetzt eingestellt. Aus Mangel an Beweisen. Josef Branis hatte als Motiv für die Hinrichtungen an seiner Schwester, seinem Bruder und deren Ehepartnern finanzielle Schwierigkeiten genannt, in die er durch die Opfer geraten wäre. Und er hatte gesagt, dass ein Großneffe, Hannes K., sein Mitwisser gewesen wäre. Dessen Nutzen aus der Tat: eine dadurch zu erwartende Erbschaft. Fazit: 2008 wurde Branis zu 20 Jahren Haft verurteilt, K. fasste 12 Jahre aus.

2015 ein neuer Verdacht: Sollte mit der Bluttat einst ein anderes Verbrechen vertuscht werden? Fakt ist: Im vergangenen Herbst sprach eine 15-jährige Schülerin bei der Kripo-NÖ vor. Sie und weitere Kinder wären ab 2004 von Branis und K. wiederholt missbraucht worden, gab sie zu Protokoll. Und dass die Taten mitgefilmt worden seien – einmal sogar von K.s Gattin. Die Justiz hielt die Vorwürfe für realistisch, schließlich bestand das Mädchen einen Glaubwürdigkeitstest bei einer Psychologin – und eine AKH-Ärztin stellte an ihm Narben, die von sexuellen Übergriffen zeugen würden, fest.

Eine vom Gericht zu einer genauen Untersuchung des mutmaßlichen Opfers beauftragte Gynäkologin kam allerdings kürzlich in ihrem Gutachten zu dem Schluss, dass die 15-Jährige niemals – wie sie behauptet hatte – vergewaltigt wurde: sie war noch unberührt. Da die Vorwürfe nicht stimmen, darf mein Klient mit einer baldigen Haftentlassung rechnen. Meine Mandantin will nun eine Klage auf Schadenersatz gegen das Mädchen, das nachweislich gelogen hat, einreichen.

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