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Elektronische Fußfessel 
 

Die elektronische Fußfessel stellt in Österreich eine innovative Alternative zur klassischen Haft dar, die den Betroffenen ermöglicht, ihre Strafe unter bestimmten Bedingungen im eigenen Zuhause zu verbüßen. Diese Form des Hausarrests, die seit Herbst 2010 praktiziert wird, bietet eine Chance auf Rehabilitation und gesellschaftliche Reintegration, indem sie die soziale Isolation, die oft mit dem Gefängnisaufenthalt einhergeht, minimiert.

Voraussetzungen für die Gewährung

Die Justizanstalten prüfen sorgfältig, ob Kandidaten für die elektronische Überwachung in Frage kommen. Zu den Hauptkriterien zählen:

  • Maximale Reststrafzeit: Die Reststrafe darf 12 Monate nicht überschreiten.
  • Stabile Lebensverhältnisse: Der Antragsteller muss über eine feste Wohnadresse und eine gesicherte Beschäftigung oder eine vergleichbare Tätigkeit verfügen.
  • Zustimmung der Mitbewohner: Alle Personen im gemeinsamen Haushalt müssen ihre schriftliche Einwilligung geben.
  • Positive Verhaltensprognose: Eine Einschätzung, die ein geringes Rückfallrisiko attestiert, ist erforderlich.

Durchführung und Überwachung

Die Überwachung erfolgt mittels einer elektronischen Einheit, die um den Fußknöchel des Betroffenen angebracht wird und dessen An- und Abwesenheit in der zugewiesenen Wohnadresse überprüft. Die Justizbehörde legt fest, unter welchen Bedingungen und zu welchen Zeiten der Antragsteller die Wohnung verlassen darf. Die Überwachungszentrale in Wien ist für die kontinuierliche Kontrolle zuständig.

Finanzielle Aspekte

Die Kosten für den elektronisch überwachten Hausarrest belaufen sich auf etwa 22 Euro pro Tag, die größtenteils die intensive Betreuung decken. Diese Kosten trägt der Verurteilte, es sei denn, es handelt sich um eine Untersuchungshaft, für die keine Kosten entstehen.

Positive Aspekte und Herausforderungen

Die elektronische Fußfessel ermöglicht es Verurteilten, ihr soziales und berufliches Leben fortzusetzen, während sie gleichzeitig ihrer Strafe nachkommen. Dies trägt zur Wiedereingliederung bei und verringert das Risiko sozialer Isolation. Allerdings sind die strengen Voraussetzungen und die Notwendigkeit einer umfassenden Überwachung auch Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.

Fazit

Die elektronische Fußfessel in Österreich repräsentiert einen modernen Ansatz im Strafvollzug, der auf Rehabilitation und Integration setzt. Trotz der strengen Vorgaben und der erforderlichen Disziplin seitens der Betroffenen bietet sie eine wertvolle Alternative zum Gefängnisaufenthalt. Es empfiehlt sich, frühzeitig juristischen Beistand zu suchen, um die Chancen auf eine Bewilligung zu erhöhen.

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