Nach Messer-Attacke: “Mein Sohn hatte Todesangst”

Gasometer City in Simmering – 18-Jähriger in Haft

Mutter: “Mein Sohn hatte Todesangst”

Direkt vor dem Entertainment Center der Gasometer City in Simmering ist es Ende Jänner zwischen zwei Gruppen Jugendlicher zu einer wilden Rauferei gekommen (Bericht siehe Infobox). Plötzlich blitzten Messer auf. Auch der 18-jährige Wiener Patrick S. stach zu – und sitzt nun als Einziger der Beteiligten in Untersuchungshaft. Die “Krone” sprach jetzt mit der verzweifelten Mutter (Bild links) des verhafteten Jugendlichen.

“Krone”: Frau S., wie kommt Ihr Sohn im Gefängnis zurecht? Mutter: Gar nicht. Er denkt an Selbstmord. Er hat nicht nur Angst vor einer möglichen Verurteilung, sondern auch vor seinem weiteren Leben.

“Krone”: Wie beurteilt er seine Tat? Mutter: Er weiß, dass er einen großen Fehler gemacht hat. Aber er hatte Todesangst. Die Gruppe ging wie wild auf ihn, seine Freundin sowie deren Bruder los, und sie zogen Messer. Er machte nur noch die Augen zu und schlug panisch mit seinem Messer um sich.

“Krone”: Er trägt ein Messer? Mutter: Das ist sein Holzschnitzmesser. Er wurde schon öfters in unserem Wohnblock bedroht. Daher steckte er es hin und wieder ein. Aber gegen meinen Willen.

“Krone”: Ihr Sohn ist der einzige Beteiligte, der in Haft sitzt? Mutter: Ja. Und das verstehen wir nicht. Patrick musste sich verteidigen. Ihm ist genauso bewusst wie uns, dass dies Konsequenzen haben muss. Aber warum ist er der einzige Sündenbock? Auch Strafverteidiger Roland Friis kann nicht verstehen, warum der 18-Jährige hinter Gittern auf den Prozess warten muss: “Mein Mandant ist unbescholten. Dennoch lässt man ihn wegen angeblicher Wiederholungsgefahr nicht raus.”

von Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung (05.03.2010)

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