Auch Staranwälte können irren…
Staranwalt plädiert auf schuldig: Dennoch erfolgte Freispruch!
Eine seltsame Verhandlung ergab sich vor dem Landesgericht für Strafsachen Wien: Ein bekannter Staranwalt plädierte auf schuldig, sein Schützling wurde aber dennoch freigesprochen.
Worum ging es? Die drei Angeklagten sollen ein Pyramidenspiel in Österreich betrieben haben und viele Kleinanleger um deren Erspartes gebracht zu haben. Viele Zeugen wurde gehört und die Verdachtslage ausführlich von der vorsitzenden Richterin überprüft.Trotz informeller Vorbesprechung gab es von Anfang an anscheinend keine einheitliche Linie unter den drei Verteidigern.
Opfer statt Täter?
Nach einigen Stunden Verhandlung war bald klar, dass die vermeintlichen Betrüger allesamt wohl selber Opfer von deutschen Betrügern geworden waren. Merkwürdig fiel auf, dass eine wichtige Zeugin (oder auch Verdächtige?) in Deutschland trotz Anträgen der Verteidigung durch die österreichische Polizei nicht ausgeforscht werden konnte, obwohl sie nach wie vor ganz offiziell im Telefonbuch mit ihrer aufrechten Adresse in Deutschland zu finden ist.
Das Gericht entschied, dass die drei Angeklagten unschuldig sind und fällte 3 Freisprüche. Für eine der Angeklagten ist die Sache aber noch nicht erledigt: Sie wird jedenfalls Schadenersatzsprüche gegen die deutschen Betreiber des Pyramidenspiels einleiten, so ihr Verteidiger Roland Friis.
Red
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