Leserpost aus Linz – Roland Friis bald Stern-Nachfolger?

Veröffentlicht in Leserpost, Stalking von marcusjoswald am 17. August 2009.
Der Wiener Strafverteidiger Roland Friis war in Linz erfolgreich tätig und wandelt auf den Spuren von Michael Stern.

(Wien/Linz, im August 2009) Der Wiener Strafverteidiger Roland Friis war in Linz höchst erfolgreich aktiv. Er hat das Zeug, ein würdiger Nachfolger von Michael Stern zu werden. Um das zu werden, sind sich Beobachter einig, muss er nun noch zwei Dinge machen: Täglich um 4 Uhr morgens schon in der Kanzlei über Akten sitzen. Zweitens: Abschlanken, denn derzeit erreicht der Hüftumfang des Friis Pavarotti-Dimensionen eines Michael Graff. Das ist in jungen Jahren ungesund. Ferner muss er weiterhin am Credo des Michael Stern festhalten: „Es kann nicht immer Freispruch sein“, sagte dieser. Wenn es einer wird, soll das aber nicht unzufrieden machen.

Große Erfolge in Linz
Zu Michael Stern hatte einst Karl Farkas gedichtet: „Bleibst Du gern dem Häfen fern/nimmst Du Dir den Doktor Stern.“ Michael Stern hatte seine größten Erfolge unter anderem in Linz, über die man noch dreißig Jahre später in Zeitungen schrieb. Erinnern wir uns an 1948: Damals hatte er eine Apothekergattin als Klientin, die im Verdacht stand, ihren Mann vergiftet und eine zweite Person umgebracht zu haben. Sie saß monatelange in der Todeszelle und sollte hingerichtet werden. Stern schaffte einen Freispruch. Der Senat tagte bis vier Uhr morgens (damals gab es noch kein Geschworenengericht, sondern drei Berufsrichter und drei Schöffen).

In Linz war nun Roland Friis aktiv. Er zertrümmerte die Anklage nicht, denn das wäre nicht auf den Spuren Sterns. Er besiegte den Ankläger, aber er ließ ihn leben: Diversion!

Das Verfahren drehte sich dem Vernehmen nach um die Linzer VIP-Szene. Die Vorwürfe gegen den Angeklagten waren etwas „haarsträbend“, aber es wurde der Versuch einer Anklageerhebung vorgenommen. Mitten im Verfahren, das bestätigt Strafverteidiger Friis gegenüber diesem Journal auf Nachfrage, trat die Staatsanwaltschaft auf halbem Weg unter der erdrückenden Beweislast der Entlastungsbeweise von der Anklage zurück.

Konsequenz: Die anwesende Opfervertretung ist sichtlich „verfallen“. Mag. Roland il dottore Friis übernahm den Fall kurzfristig, in der Woche des Verfahrens. Er ließ zwei Tage lang einen Detektiv aus den fünf Detekteien, mit denen er zusammen arbeitet (er hat selbst eine Detektivlizenz), in Linz recherchieren.

Womit man sieht, dass das eintritt, was man B&G am Stalking-Gesetz stets kritisiert: Die Polizei als Hauptorgan tut wenig bis nichts zur Entlastung des mutmasslichen Stalking- Täters. Die Beweislast liegt interessanterweise bei ihm und kann oft nur unter beträchtlichem Mitteleinsatz erfüllt werden. Diesmal geschah es unter Profis so intensiv, dass die Anklage auf halbem Weg kehrt machte. (mjo)

Marcus J. Oswald (Ressort: Leserpost, Stalking)

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