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Sex-Sklavinnen legten sich freiwillig ins Bett

Ein Unternehmer-Ehepaar soll mehrere Frauen aus Ghana für perverse Spiele nach Österreich gelockt haben: Freispruch

Das Urteil ist rechtskräftig.

Sie sollen junge afrikanische Frauen als Sexsklavinnen verkauft, Unzucht mit Tieren angeboten und Kinderpornos angefertigt haben. Schwere Vorwürfe, für die sich ein der Sado-Maso-Szene zugewandtes Ehepaar aus Gablitz in NÖ am Freitag im Landesgericht St. Pölten verantworten musste. Nach zwei Stunden die Überraschung: Die Angeklagten wurden freigesprochen – das Urteil ist rechtskräftig.

Nach monatelanger Observation der Verdächtigen klickten am 22. Juli 2006 für Andreas, 40, und Daniela B., 35, aus Gablitz die Handschellen. Das Ehepaar soll zwischen 2005 und 2006 mehrere Frauen von Ghana nach Österreich gelockt haben. Dem Ehepaar wurde bei der Verhaftung vorgeworfen, die Frauen als Sex- und Haussklavinnen angeboten zu haben. Andreas und Daniela B. hätten die Zwangslage der Frauen ausgenützt. Die wären in Ghana von Zwangshochzeit und Beschneidung bedroht gewesen. Auch Tiersex sollen die Angeklagten im Internet angeboten haben.

U-Haft

Während Daniela B. bereits nach wenigen Tagen wieder aus der U-Haft entlassen wurde, saß ihr Mann drei Monate hinter Gittern. Am 21. September 2006 hob das Oberlandesgericht nach einer Beschwerde von Strafverteidiger Roland Friis die Haft wieder auf. Begründung: Die Verdachtslage sei zu dünn.

Am Freitag kam es im Landesgericht St. Pölten zum Prozess. Unter dem Vorsitz der im Fritzl-Prozess bekannt gewordenen Richterin Andrea Humer mussten sich Andreas L. und seine Ehefrau wegen Menschen- und Prostitutionshandel, der Aufforderung zur Unzucht mit Tieren sowie wegen des Besitzes von Kinderpornos verantworten.

Ein Spiel

Nach nur zwei Stunden Verhandlung wurde das Ehepaar freigesprochen. Da auch Staatsanwalt Gerhard Sedlacek auf ein Rechtsmittel verzichtete, ist das Urteil rechtskräftig. Strafverteidiger Friis: “Die Richterin hat erkannt, dass Dialoge und Geschriebenes in der Sado-Maso-Szene nicht immer der Realität entsprechen. Das war in diesem Fall auch so. Das war alles Show, bei der auch die afrikanischen Frauen mitgespielt haben.”

Der Akt ist noch nicht geschlossen. Andreas L. zum KURIER: “Durch die Haft habe ich meine Computerfirma verloren. Ich bin ruiniert und klage die Republik Österreich auf 750.000 Euro Schadenersatz.”

Artikel vom 04.09.2009 18:01 | KURIER | Franz Resperger

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