Rekordverdächtig: Trotz acht Vorstrafen beantragt der Verteidiger Therapie statt Strafe- und das Gericht stimmt zu !

Landesgericht Wien.
(LG Wien, am 25. Juli 2008) Der Angeklagte (Verteidigung: Roland Friis) ist acht Mal einschlägig nach Suchtmittelgesetz vorbestra ft. Richter Mende entscheidet um 11 Uhr 45 aber: Fünf Monate U-Haft genügen – und schreibt eine Enthaftung.

Der Angeklagte saß schon einmal vier Jahre wegen einer größeren “Heroin-Geschichte”. Diesmal geht es nur um eine “kleine Shit-Geschichte”, also Haschisch in Besitz und “Weitergabe” (Verkauf). Er ist diesmal voll geständig. Das “Reumütige” fehlt ein wenig, gut, aber das Geständnis ist umfassend.

Dealer
Die gesamte Familie des knapp 40-jährigen Wieners (Vater, Mutter, Bruder, Schwestern) sitzt im Publikum und fiebert zum Ausgang mit. Der Angeklagte demonstriert damit “bürgerlichen Hintergrund” und zeigt, dass er kein schnöder Straßendealer ist, sondern besserungsfähig.

So geht alles sehr milde aus: 10 Monate teilbedingt. Fünf Monate sind mit der U-Haft abgetan, fünf weitere Monate werden zur Bewährung ausgesetzt (auf drei Jahre).

Süchtiger
Da in der U-Haft ein § 39 SMG-Gutachten verfasst wurde, steht “Sucht nach Drogen” als Krankheit schwarz auf weiß im Akt. Der Wien er Angeklagte muss nun in eine ambulante Therapie Pinkeln gehen – und alles ist pomale.

Marcus J. Oswald
http://suchtgift.wordpress.com/2008/07/25/trot z-acht-vorstrafen-therapie-statt-strafe/

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