Private Tatrekonstruktion der Verteidigung brachte Erfolg: Freispruch von schwerem Raubüberfall !

Freispruch von schwerem Raubüberfall – Überfall mit Waffe nur erfunden???

Den 2. September 2008 werden die Studenten Thomas W. und Stefan P. wohl lange nicht vergessen: Am Heimweg in einen Wiener Nobelbezirk treffen die beiden auf zwei angetrunkene Raufbolde, mit denen es sogar zu einem kleinen Handgemenge kam.
Da niemand ernsthaft verletzt wurde verzichteten die Studenten auf eine Anzeige. Umso größer war dann die Überraschung, als die beiden dann ein Monat später eine Vorladung zur Polizei bekamen.

Die beiden Radaubrüder hatten Mitte September Anzeige wegen bewaffneten Raubüberfalls erstattet! Kein Wunder, dass die Studenten aus allen Wolken fielen. Beide bestritten energisch, die beiden Kontrahenten mit einer Waffe überfallen zu haben. Leider hatten die Studenten keine Zeugen und so mündete die polizeiliche Ermittlungsarbeit in einer Anklageschrift wegen schweren bewaffneten Raubes, der Strafrahmen dafür beträgt bis zu 15 Jahren Gefängnis.

Es stand somit viel auf dem Spiel und die Verteidiger ( Mag. Friis und Dr. Luks) suchten fieberhaft nach entlastenden Beweisen. Nachdem im Bereich des Tatorts drei Überwachungskameras installiert waren, versuchte die Verteidigung, die Überwachungsbilder durch das Gericht beschlagnahmen zu lassen: Dieser Beweisantrag der Verteidigung wurde zwar bewilligt, leider waren aber keine brauchbaren Bilder vorhanden. Mag. Friis entschloss sich darauf hin, eine private Tatrekonstruktion zu organisieren: Man erhoffte sich weitere Ansatzpunkte für die Befragung der Belastungszeugen zu finden. Mit einem Kamerateam wurde die Tat mehrfach „nachgespielt“ und insbesondere die Sicht- und Lichtverhältnisse zu analysiert.

Die Tatrekonstruktion brachte mehrere entlastende Aspekte, die in die Vorbereitung der Gerichtsverhandlung eingebaut wurden. Derart gewappnet stellten sich die beiden Studenten dann im Frühjahr 2010 dem Schöffengericht. Obwohl die Radaubrüder (als Zeugen und „Opfer“) weiterhin die Studenten belasten wollten, verstricken sie sich über bohrende Fragen der Verteidigung in so viele Widersprüche, dass der Schöffensenat nach kurzer Beratung beide Studenten freisprach. Das Urteil ist rechtskräftig. Ob die beiden „Opfer“ ein Verfahren wegen Verleumdung bekommen, ist noch offen.

http://www.gerichtsreporter.at

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